Der Fest-Samstag begann für uns bei Fahnenmutter Bettina Stalleder, wo wir zu Kaffee und Kuchen oder einer Brotzeit eingeladen wurden. Begleitet von der Malgersdorfer Musikkapelle zogen wir danach gemeinsam mit unserem Patenverein durch Haberskirchen zur Pfarrkirche, wo Pfarrer Reinhold Aigner einen feierlichen Gedenkgottesdienst zelebrierte, in dem aller bereits verstorbenen Mitglieder seit der letzten Fahnenweihe gedacht wurde. Am Kriegerdenkmal richtete unser Vorsitzender Martin Stalleder Worte an die Festgemeinde, bevor im Andenken an alle verstorbenen Kameraden ein Kranz niedergelegt und feierlich unsere Fahnen gesenkt wurden.
Im Festzelt wurde nach dem Gottesdienst ein feierlicher Ehrenabend begangen. Martin Stalleder durfte nach einem gemeinsamen Essen als Festausschussvorsitzender viele Mitglieder und deren Familienangehörige, sowie eine große Abordnung aus Failnbach und eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen – darunter Pfarrer Aigner, Landrat Werner Bumeder, MdB Günter Baumgartner, Zweiten Bürgermeister Martin Huber, Dritte Bürgermeisterin Andrea Fitz sowie die Kreisbrandinspektion mit KBR Max Schraufnagl und KBM Thomas Prinz. Landrat Werner Bumeder fand in seinem Grußwort genau die richtigen Worte: Er lobte unseren Zusammenhalt und betonte, dass der Dienst bei der Feuerwehr aus reiner Liebe zur Heimat und den Mitmenschen geleistet wird. Kreisbrandrat Max Schraufnagl setzte noch eins drauf und sprach von einem schlichtweg „vorbildlichen“ Ehrenabend.
Ein echter Gänsehaut-Moment folgte bei den Ehrungen: Stolze 280 Jahre aktiven Dienst durften wir an diesem Abend auszeichnen!Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Markus Angermeier und Andreas Bauer geehrt.Auf stolze 40 Jahre brachten es Klaus Schweikl und Rudolf Stuckenberger, wofür sie jeweils mit einem einwöchigen Aufenthalt im Feuerwehrheim belohnt wurden.Und dann hielt es niemanden mehr auf den Bänken: Unter donnerndem Applaus und stehenden Ovationen wurden Karl Siebengartner und Wilhelm Stuckenberger für sagenhafte 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet!
Damit wir das „Buch der Feuerwehr“ aber auch in Zukunft erfolgreich weiterschreiben, bewies die feierliche Aufnahme unserer zwei neuen aktiven Kräfte: Selina Zistler und Paul Berger wurden von der Wehrführung per Handschlag offiziell im aktiven Dienst willkommen geheißen. Nach dem offiziellen Teil schloss sich ein gemütliches Beisammensein mit Musik von den Malgersdorfer Musikanten an, bei dem man sich auch noch Kuchen aus dem Kuchenbuffet schmecken lassen konnte. Bei einer Verlosung durfte jeder auf das gewisse Quäntchen Glück hoffen, um einen der schönen Preise mit nach Hause nehmen zu können. Hauptgewinn war der diesjährige Maibaum, der letztendlich versteigert wurde und für den Daniel Czernoch das letzte Gebot abgab.
Der Sonntag verzieh keine Müdigkeit: Um Punkt 6 Uhr morgens schallte der traditionelle Weckruf durch das ganze Dorf. Nach dem Einholen der Gastvereine ab 7:30 Uhr und einem zünftigen Weißwurstfrühstück im Festzelt machten wir uns bereit für den langen Kirchenzug mit vielen Feuerwehrabordnungen und Vereinen. Ziel war der ehemalige Schulhof am „Haus der Generationen“. Unter freiem Himmel feierten wir dort einen würdevollen und feierlichen Feldgottesdienst, der vom Laudamus-Chor musikalisch umrahmt wurde.
Dann folgte der feierliche Höhepunkt des Festwochenendes: die Segnung unserer restaurierten Gründungsfahne aus dem Jahr 1898. Von unserem historischen Prachtstück waren über die Jahrzehnte nur noch unbrauchbare „Stofffetzen“ übrig. Doch die Klosterschwestern der Fahnenstickerei des Klosters Aiterhofen haben in mühsamer, detailgetreuer Handarbeit die originalen Stickereien gerettet und auf ein neues Tuch aufgesetzt. Getragen von vier Buben zog das restaurierte Symbol unserer Werte – geschmückt mit dem heiligen Florian – zum Altar.
Dass Tradition bei uns alles andere als trocken ist, bewiesen die Festdamen bei der anschließenden Bänderweihe mit ihren herrlich persönlichen, stolzen Prologen:
Fahnenmutter Bettina Stalleder brachte das prachtvolle, mit der heiligen Elisabeth bestickte Band an – ein Sinnbild für Nächstenliebe und Kameradschaft.
Fahnenbraut Corinna Hofmann überreichte ihr Band mit den besten Wünschen für Schutz vor Unwettern und Feuersglut und dafür, dass alle stets unversehrt nach Hause kommen.
Julia Wagner gedachte mit dem Trauerband ehrenvoll unserer verstorbenen Kameraden.
Patenbraut Maria Hechl stiftete das neue Patenband und schickte einen herzlichen Gruß an unsere Patenwehr aus Failnbach.
Weitere kunstvolle Bänder wurden von Emilia Merl (Patenbraut FFW Failnbach), Lea Kutscherauer (für den Festausschuss) und Sarah Stuckenberger (für die Festkinder und -damen) feierlich angeheftet.
Nach den Grußworten machten sich alle – angeführt von unserer neu gesegneten Fahne – bei herrlichstem Kaiserwetter auf zum großen Festzug! Unglaubliche 55 Vereine und vier schneidige Kapellen – die Malgersdorfer Musikanten, Binablech, die Reisbacher Musikanten und die Aitrachtaler Blaskapelle Mengkofen – verwandelten Haberskirchen in eine einzige, jubelnde Feiermeile. Die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand winkten uns begeistert zu, während die Fähnriche der einzelnen Feuerwehren beim Fahnenschwenken echte Muskelkraft bewiesen. Sogar historische Feuerwehrfahrzeuge begleiteten uns durch das ganze Dorf und schließlich den Wirtsberg hinauf!
Wieder im Festzelt angekommen, ließen wir uns die bayerischen Schmankerl aus der Festküche schmecken. Bei bester Stimmung, dem ein oder anderen kühlen Getränk aus der Schenke oder an der Bar und viel Gelächter ließen wir diesen Festtag gemütlich ausklingen.
Eine große Unterstützung waren an diesem Tag auch die Helfer des „Openair Steinberg e.V.“, die beim Ausschank und Service tatkräftig mit anpackten.
Ein unendlich großes Vergelt’s Gott gilt der gesamten Dorfgemeinschaft, allen fleißigen Helfern, den Kuchenbäckern, dem Sportverein, unserem wunderbaren Patenverein Failnbach sowie allen Sponsoren und Gönnern! Ihr alle habt dieses historische Fest erst möglich gemacht und bewiesen, wie stark der Zusammenhalt hier in Haberskirchen ist!
